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Schwächen zeigen befreit

Wir tendieren dazu, die eigenen Gefühle über eine Kränkung oder einen Misserfolg zu verbergen. Psychische Sicherheit gewinnt man jedoch schneller zurück, wenn man über die Betroffenheit redet.

Jeder kennt den Wunsch, nach einer Niederlage oder einem Fehler in den Erdboden versinken zu wollen. Scham ist schmerzhaft, wir wollen uns davor schützen und uns nicht verletzlich zeigen. Denn Verletzlichkeit wird oft gleichgesetzt mit Unsicherheit.

Man hat das Gefühl, nicht gut genug zu sein. Auslöser können die kritische Bemerkung einer Freundin, das Augenrollen des Vorgesetzten oder eine nicht perfekt gelungene Arbeit sein. Zum Beschämtsein gesellt sich oft die Überzeugung, den anderen nur ja nicht zeigen zu dürfen, dass man sich elend fühlt. Aus Angst vor Ablehnung.

VIELE VERGLEICHSMÖGLICHKEITEN

Die Scham ist heute schnell zur Stelle, weil es viele Vergleichsmöglichkeiten gibt. Wir sind durch soziale Medien mit unzähligen Lebenserfolgen konfrontiert, neben denen unser Alltag manchmal unerfüllt und erfolglos aussieht. Dadurch entsteht eine Diskrepanz zwischen Ist- und Ideal-Zustand, die ständig präsent ist.

„Zudem sind die Erwartungen an uns selbst oft zu hoch. Das Gefühl der Minderwertigkeit wird bekämpft: mit Rechthaberei, Schuldzuweisungen, mit Essen oder Medikamenten“, sagt der amerikanische Psychologe Michael Lewis.

RAUS AUS DEM GEFÜHL DER SCHMACH

Eines ist klar: Scham ist universell – das heißt, jeder kennt diese Emotionen und sie gehören zum Mensch-Sein dazu. Weiters ist wichtig zu erkennen, dass Verletzlichkeit keine Schwäche ist. Im Gegenteil: Wer sich zu Fehlern und Unzulänglichkeiten bekennt, zeigt Stärke. Wenn wir uns anderen mitteilen können, können wir auch Unterstützung und Zusammengehörigkeit erfahren.

Quelle: Psychologie heute 3/17

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