Skip to main content

Pornoseiten als Werbeträger?

„Sex sells“ lautete das Werbemotto noch in den 90ern. Waren es damals vorwiegend Printsujets, die mit nackter Haut punkteten, so bedient dieses Thema heute Pornoseiten im Web.

Die Zeiten ändern sich. Ist man mittlerweile drauf und dran, sich von anstößiger Werbung und zuviel „Nacktheit“ in der Werbung zu lösen, weil nicht mehr zeitgemäß, so surft man heute zunehmend auf dem Boom von Pornoseiten mit.

 

Diesel wagt sich vor

Das italienische Mode-Label Diesel schaltet als erste große Marke Werbung auf Pornhub und Youporn. Dabei werben Models in sexy Pose für die Jeans- und Unterwäschelinie des Unternehmens. Banner plant Diesel auch bei den Dating-Apps Tinder und Grindr.

Faktisch betrachtet... ...gehören beide Videoplattformen zu den 175 beliebtesten Websites der Welt. Das Netzwerk TrafficJunky, das neben Youporn und Pornhub auch die Sexvideo-Seite Redtube verwaltet, zählt bei diesen drei Portalen weltweit 92,4 Millionen Besucher und 488 Millionen Seitenaufrufe pro Tag. Europäer stellen mit 35 Prozent nach den Nordamerikanern die zweitgrößte Nutzergruppe dar. Drei Viertel aller Besucher sind Männer und zwischen 18 und 45 Jahren alt. In Deutschland liegt Youporn laut Alexa Traffic im Ranking auf Platz 26, Pornhub auf Platz 36 und Redtube auf Platz 88 der besucherstärksten Websites.

Auch die Dating-Apps Tinder und Grindr haben Top-Nutzerzahlen aufzuweisen und sind faktisch betrachtet hochinteressante Werbeplätze.

Die Vorteile für den Werbetreibenden werden klar. Es handelt sich um günstige Bannerplätze mit hoher Reichweite in einer attraktiven Zielgruppe.

 

Die Kehrseite

So weit, so gut. Aber es gibt auch Gegenargumente. Zum Beispiel der Vorwurf, dass die Werbetreibenden ein System finanziell unterstützen, das beschämende Produktionsbedingungen fördert und Menschen ausbeutet. Auch wenn viele Menschen auf solchen Seiten unterwegs sind, lehnen sie öffentlich diese Portale als moralisch fragwürdig ab. Und so riskieren Unternehmen, die dort werben, auch ihren Ruf.

Die Frage ist also, ob solche Maßnahmen unter moralischen Gesichtspunkten zu vertreten sind, einer Konsequenz unseres Lebensstils entspringen oder Teil einer wirksamen Strategie sind, deren Ziel eine breite öffentliche Diskussion ist.

Diesel ist von der Zielgruppe überzeugt und holt die Menschen in ihrer direkten Lebensumgebung ab. Das Unternehmen beweist Mut und lässt die Moral dabei links liegen.

Quelle

WEITERE ARTIKEL AUS DEM BEREICH Marken Know-how