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Narzissten unter uns

Für ihre Mitmenschen sind sie oft eine Herausforderung: Narzissten. Sie werden als eitel, selbstbezogen rücksichtslos und egoistisch bezeichnet. Doch trifft dieses Bild tatsächlich auf sie zu?

Jeder ist „normal“ narzisstisch

Durchsetzungsvermögen und Ellbogenmentalität wird in der heutigen wettbewerbsorientieren Gesellschaft zum Muss. Wer talentiert ist, muss auch Präsenz zeigen. Eine gekonnte Inszenierung ist heute ebenso wichtig wie fachliche Leistung. Soziale Medien bieten Platz für Selbstdarsteller. Doch was heißt Narzissmus genau? Es kommt auf die Ausprägung an. Nur 0,5 bis 2,5% der Bevölkerung haben diese diagnostizierte Persönlichkeitsstörung, die sich in einem Größengefühl, der Überzeugung einmalig zu sein und Mangel an Empathie äußert. Der Großteil der Menschen aber konzentriert sich in bestimmten Lebenssituationen auf die eigenen Bedürfnisse. Sie bekommen deshalb den Stempel des Narzissten oft ungerechtfertigt aufgedrückt. Mit einer gesunden Portion Selbstüberschätzung lassen sich sogar Selbstzweifel begrenzen.

Die Rolle des Selbstwertgefühls

Je geringer das Selbstwertgefühl eines narzisstischen Menschen ist, desto stärker empfindet er den Druck, sich selbst mit Kränkung anderer oder Schuldzuweisungen schützen zu müssen. Solche Strategien vermitteln das Gefühl der Überlegenheit und stärken das wackelige Selbst.

Offenheit und Empathie fördern

Im Zusammenleben ist es wichtig, narzisstischen Persönlichkeiten eigene Emotionen zu benennen und Gefühle zu offenbaren. Denn das Verhalten des Narzissten ist ein Versuch, mit Bindungsunsicherheit fertig zu werden. Durch ehrliche und offene Kommunikation kann man die Sicherheit einer Beziehung erhöhen und so die narzisstische Ausprägung abmildern.

 

Quelle: Psychologie heute 10/17

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