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Geliebtes Chaos macht kreativer

Auf dem Schreibtisch stapeln sich Papiere und Ordner. Sogar die Küche wird als Ablageplatz genutzt. Zeit, endlich Ordnung zu schaffen! Nicht unbedingt. Experten haben die positiven Seiten des Durcheinanders gefunden.

Unordnung macht vielen zu schaffen, gilt sie doch als Arbeits- und Erfolgshemmnis. Ordnungsliebenden Mitmenschen stehen wir positiver gegenüber, sozialer Druck verstärkt das Unbehagen, wenn wir im Chaos arbeiten. 

Doch es gibt Gründe, die für eine unordentliche Umgebung sprechen.

Unordnung beflügelt die Kreativität

Experten haben herausgefunden, dass Unordnung kreativ macht. Experimente zeigen, dass Menschen in einem Raum mit willkürlich verstreuten Papieren kreativer und Neuem gegenüber aufgeschlossener sind. Die Unordnung bringt Dinge zusammen, die normalerweise säuberlich getrennt sind. Es prallen Informationen und Ideen aufeinander, die in unterschiedliche Kategorien gehören, und dadurch kann Neues entstehen.

Unordnung macht effizienter

Sortiert man alles peinlichst genau, wird auch Überflüssiges archiviert. Wer Dinge nicht ordnet, spart sich auch das Einsortieren von unnützen Sachen und obendrein spart man Zeit. Ein Großteil der Unordnung befindet sich auch auf dem PC. Vielerorts scheint der E-Mail- Eingang überzuquellen. Doch es ist effizienter, den Computer suchen zu lassen, als komplizierte Ordnersysteme zu kreieren.

Unordnung hilft beim Denken

Ein Chaos-Schreibtisch ist voll wertvoller Hinweise, Gedächtnisstützen und Denkhilfen, die uns helfen, effektiv zu arbeiten. Er ist sozusagen ein Platz für Inputs und Ideen. Ein aufgeräumter Schreibtisch hingegen übermittelt überhaupt keine Informationen.

Natürlich muss das Chaos von Zeit zu Zeit bereinigt werden. Am besten in kleinen Schritten – alles was nicht mehr gebraucht wird, wandert in den Rundordner.

Wir können uns also vom schlechten Gewissen verabschieden. Wie schon der Schriftsteller Jean Paul meinte: „Tätige Leute halten weniger Ordnung als müßige“.

Quelle: Psychologie heute, Februar 2017

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