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Digitale Spuren bleiben

Unsere Daten im Netz. Wir starten Suchanfragen, kommunizieren in sozialen Netzwerken und sind somit Fundgrube für Wissenschaftler, die unsere Daten nutzen, um unser Verhalten zu erforschen. Wir hinterlassen unwiderruflich unsere Spuren.

Analyse gibt Hinweise auf Denkmuster

Big Data aus Internetrecherchen und Onlineäußerungen geben Einblick in die Psyche der Menschen, die sich dadurch leicht analysieren lässt. So werden über Suchbegriffe und Blogposts Denken, Kommunikationsmuster, Gesundheit, Glaubenssätze, Vorurteile und Gruppenverhalten erfasst.

Suchbegriffe verraten Stimmungen und Trends

Der Wissenschaftler und ehemalige Google-Datenexperte Seth Stephens-Davidowitz beschäftigt sich vorwiegend mit Suchbegriffen. Er nutzt die Daten nicht, um über einzelne Personen etwas herauszufinden, sondern will über Suchverhalten Muster entdecken, die Tendenzen und Rückschlüsse auf die menschliche Natur erlauben. So hat er zum Beispiel herausgefunden, dass Menschen in guten Zeiten, abseits von Meldungen zu Anschlägen, wo dieser Suchbegriff rapide abnimmt, eher nach Humor und Witzen suchen. Lustiges wird meist Freitag bis Sonntag gesucht, am Montag am wenigsten. An diesem Tag häufen sich die Anfragen nach „Depressionen“ und „Arzt“. Eine weitere Auswertung zeigt, was Menschen um den Schlaf bringt. Um drei Uhr nachts werden juristische und finanzielle Probleme durch Google gewälzt.

Facebook zeigt Beziehungsthemen

Moira Burke promovierte an der Carnegie Mellon University zum Thema Mensch-Computer-Interaktionen und untersuchte in Facebook die Kommunikation zwischen den Generationen. Das Ergebnis: Mit Kindern im Teenageralter sprechen Eltern in unterstützender und lobender Weise, mit erwachsenen Kindern oder Gleichaltrigen über Gesundheitsprobleme. Themen, die mit Sex oder Alkohol zusammenhängen, bleiben bei jung und alt weitgehend der Kommunikation mit Freunden vorbehalten.

Datenmissbrauch?

Ja, auch den gibt es. Im Land der Mitte werden die Daten ausgewertet, um die Bürger besser kontrollieren zu können. Bei Rot über die Ampel, Kredite, politische Meinungen – alles wird gesammelt und bewertet. Jene, die sich im Sinne der Regierung einwandfrei verhalten, bekommen bessere Sozialleistungen, jene, die schlecht abschneiden, dürfen beispielsweise keine Führungspositionen einnehmen.

Und was sonst noch so alles mit unseren Daten passiert – wollen wir es wirklich wissen?

Quelle: Psychologie heute, Februar 2018

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